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| Gliederung: Kirche in der vorreformatorischen Zeit Die Kirche und der Kirchhof |
An das schlichte rechteckige Schiff schließt sich durch einen Triumpfbogen getrennt im Osten ein im Grundriß quadratischer Chorturm an, dem wiederum eine kleine, halbrunde Apsis angegliedert ist. Der Turm ist nur bis zu den Schallarkaden mittelalterlich. Sein Helm dürfte aus dem 17. Jahrhundert stammen. Die doppelbögigen Klangarkaden zeigen Stilelemente aus der Spätromanik und ermöglichen eine Datierung des Bauwerks in den Anfang des 13. Jahrhunderts (um 1230), also in die Zeit des Übergangsstils. In der Mitte werden sie von runden Säulen abgefangen, die fein gegliederte Knospenkapitelle und attische Basen tragen. Damit haben sie Ähnlichkeit mit der Bauplastik des Limburger Domes und der Marburger Elisabethkirche. Hinter den Klangarkaden befindet sich der Glockenstuhl. Der Altarraum öffnet sich mit frühgotischen Spitzbögen zum Schiff hin. Unterhalb der südlichen Schallöffnungen, weist der Turm zwei Schießscharten auf. Ein Indiz dafür, das die Kirche bei Gefahr einen Zufluchtsort bot. Der quadratische Altarraum im Untergeschoß des Turmes wird von einem gratigen Kreuzgewölbe überdeckt. Chor und Apsis haben kleine, romanische Rundbogenfenster, wogegen die gotischen Spitzbogenfenster im Oberteil der Südwand jünger sind. Die Kirche stellt einen Nachfolgebau dar für die ursprünglich vorhandene Kirche. Sicherlich wurde bereits im Jahr 993 bei Ortsgründung eine Kirche gebaut. Von ihr sind bisher keine Spuren gefunden worden.
Der Dreißigjährige Krieg hatte auch die Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen. Schon im Jahr 1625 verpflichtete ein Visitationsbeschluß die Gemeinde zur Pflasterung des Kirchenschiffes und zur Ausfüllung der Gruben und Löcher. In einem ausfühlichen Bericht beklagte 1634 Pfarrer Georg Christian Barger den schlechten Zustand des Gotteshauses: